Kugelkäfer und Messingkäfer

Das Schadbild bei einem Befall durch Messing- oder Kugelkäfer ist verhältnismäßig schwierig zu erkennen. Denn die beiden Käferarten befinden sich hauptsächlich in Dämm- oder Füllmaterialien, in Fehl- und Hohlböden sowie in Zwischendecken. Allesamt Orte, die nicht einfach einzusehen sind. Bei einem fortgeschrittenen Befall nutzen die Käfer Öffnungenn und wandern so auch in die Wohnräume. Sie sind vorzugsweise in Lampenschirmen und Spülbecken anzutreffen, der Messingkäfer befällt zudem trocken gelagerte Kräuter und Gewürze.

Die Gefahren, die von Messing- und Kugelkäfer ausgehen, sollten nicht unterschätzt werden. Denn einerseits fressen sie nach und nach die Dämmungen auf, was zu einem erhöhten Energieverbrauch führen kann. Andererseits schädigen sie auf Dauer auch die Bausubstanz.

Sofern Sie die beiden Käferarten zu Gesicht bekommen, sind sie relativ leicht auseinanderzuhalten:

  • Der etwa 3mm große Kugelkäfer (Gibbium psylloides) verfügt über hochgewölbte, glasige-glänzende, braunrote Flügeldecken. Insgesamt wird er oft als spinnenähnlich bezeichnet.
  • Den Messingkäfer (Niptus hololeucus) hingegen kennzeichnet eine sehr dichte, goldgelbe Behaarung. Seine Flügeldecken sind fast Kugelig abgerundet.

Gegen beide Schädlinge hilft die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus). Sie tötet die Larven der Käfer und sorgt somit dafür, dass der Befall zügig und vollständig bekämpft wird. Denn sie ist kleiner als Kugel- oder Messingkäfer und gelangt somit überall hin, wo die Larven abgelegt werden können. Die Lagererzwespe sucht die Käferlarven zudem selbstständig und erkennt die sie über eine Entfernung von 4m hinweg am Geruch.

Eine von uns verschickte Einheit Lagererzwespen kommt in einer Plastikschale und enthält mindestens 30 Tiere. Das reicht durchschnittlich für 10qm der Fläche, hinter der sich die befallenen Füllmaterialien befinden. Um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen, sollten Sie die Wespen entweder an kleinen Öffnungen der befallenen Wand freilassen oder entsprechend Löcher in diese Wand bohren. Es empfiehlt sich hier ein Abstand von rund 1m zwischen den einzelnen Löchern.

Lagererzwespen können prinzipiell ganzjährig eingesetzt werden, allerdings muss die Temperatur über 15 Grad Celsius betragen. Sie können die Wespen bis zu 5 Tage lang im Gemüsefach Ihres Kühlschranks zwischenlagern falls Sie sie aus irgendeinem Grund nicht sofort ausbringen möchten/können. Die Wespen fallen dann in eine Kältestarre, aus der sie bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Minuten wieder erwachen.

Lagererzwespen können nicht mit synthetisch-chemischen Insektiziden kombiniert werden, auch Kieselgur tötet die Wespen ab. Denkbar ist jedoch, die Nützlinge vor den Insektiziden einzusetzen, um so an die Entwicklungsstadien zu gelangen, die durch die Mittel nicht erreicht werden.