Mehltau erkennen, behandeln und nachhaltig bekämpfen

Ihr Ratgeber für Mehltau im Garten, Gewächshaus und an Zimmerpflanzen

Sie entdecken auf den Blättern Ihrer Gurken, Rosen oder Zucchini plötzlich einen weißen, pudrigen Belag? Oder die Blattunterseiten zeigen graubraune Flecken und die Pflanze wirkt zunehmend geschwächt? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um Mehltau – eine der häufigsten Pilzerkrankungen im Gartenbau und Hobbygarten.

Besonders tückisch: Viele Pflanzenfreunde bemerken den Befall erst spät. Dabei breitet sich der Pilz oft innerhalb weniger Tage massiv aus. Hinzu kommt, dass zwischen Echtem Mehltau und Falschem Mehltau unterschieden werden muss. Beide Erkrankungen sehen unterschiedlich aus, entstehen unter verschiedenen Umweltbedingungen und benötigen angepasste Maßnahmen.

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht sofort zu aggressiven Fungiziden greifen. Moderne biologische Methoden ermöglichen es heute, Mehltau wirksam zu behandeln und sogar dauerhaft vorzubeugen.

Besonders bewährt hat sich eine Kombination aus Neemöl und speziellem Mehltausalz, die den Pilzdruck reduziert und gleichzeitig Pflanzen sowie Nützlinge schont.

Echter und Falscher Mehltau erkennen und ohne Chemie bekämpfen

In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie:

  • Wie Sie Echten und Falschen Mehltau sicher erkennen
  • Welche Pflanzen besonders häufig betroffen sind
  • Welche Schäden entstehen können
  • Wie Sie Mehltau biologisch bekämpfen
  • Welche Hausmittel tatsächlich funktionieren
  • Und wie Sie einem erneuten Befall langfristig vorbeugen

Was ist Mehltau? – Zwei Pilze, ein Name

Hinter dem Begriff „Mehltau“ verbergen sich zwei biologisch völlig unterschiedliche Erreger, die lediglich ähnliche Symptome erzeugen und deshalb oft verwechselt werden.

Echter Mehltau – der „Schönwetterpilz"

Echter Mehltau (Erysiphales) wird treffend als Schönwetterpilz bezeichnet, denn er gedeiht am besten bei warmem, trockenem Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Hohe Luftfeuchtigkeit bremst ihn sogar. Er befällt ausschließlich die Oberfläche des Blattgewebes. Der Pilz entzieht der Pflanze Nährstoffe und beeinträchtigt die Photosynthese. Es handelt sich also um einen epiphytischen Pilz, der auf der Pflanze lebt, ohne tief ins Gewebe einzudringen.

Echter Mehltau mit typischem mehlartigem Belag auf der Blattoberseite

Erkennungsmerkmale Echter Mehltau:

  • Weißer bis grauweißer, mehlartig aussehender Belag auf der Blattoberseite
  • Belag lässt sich zunächst abwischen, kehrt aber rasch zurück
  • Befällt später auch Stängel, Knospen und Früchte
  • Blätter rollen sich ein, vergilben und sterben bei starkem Befall ab
  • Verbreitung durch Windsporen (Konidien)

Falscher Mehltau – der „Schlechtwetterpilz"

Falscher Mehltau (Peronosporales) ist kein echter Pilz, sondern gehört zur Gruppe der Oomyceten – auch als Eipilze oder Algenpilze bekannt. Als Schlechtwetterpilz bevorzugt er feuchte, kühle Witterung (15–20 °C) und ist besonders nach Regenperioden aktiv. Im Gegensatz zum Echten Mehltau wächst der Falsche Mehltau stärker innerhalb des Pflanzengewebes und kann ganze Bestände zerstören. Damit ist er wesentlich gefährlicher als Echter Mehltau. Meist zeigt sich Falscher Mehltau zuerst auf der Blattunterseite. Auf der Blattoberseite entstehen gelbliche oder bräunliche Flecken.

Falscher Mehltau mit gelben und braunen Flecken auf der Blattoberseite

Erkennungsmerkmale Falscher Mehltau:

  • Gelbe oder braune Flecken auf der Blattoberseite
  • Grauvioletter bis bräunlicher, filziger Sporenrasen auf der Blattunterseite
  • Belag lässt sich nicht abwischen
  • Befällt das gesamte Pflanzengewebe von innen
  • Verbreitung durch Zoosporen, die keinen Wind, sondern feuchte Bedingungen benötigen

Erkennung: Wo tritt Mehltau auf und woran erkennt man Befall?

Mehltau ist ein wahrer Generalist – er befällt eine Vielzahl von Kulturen. Dabei ist zu beachten, dass jede Pilzart spezifisch auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert ist. Mehltau von der Rose kann also keine Gurken befallen.

Mehltau bei Gurken

Gurken reagieren extrem empfindlich auf beide Mehltauarten. Bei Gurken ist jedoch Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea / Golovinomyces cichoracearum) besonders verbreitet. Typisch: weiße, mehlförmige Flecken auf der Blattoberseite, die sich zu einem flächigen Belag ausdehnen. Die Blätter vergilben, die Photosyntheseleistung sinkt, die Früchte bleiben klein. Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) zeigt sich durch eckige gelbe Flecken, begrenzt durch die Blattadern – auf der Unterseite findet sich dann der charakteristische gräuliche Sporenbelag.

Echter Mehltau bei Gurken auf der Blattoberseite
Falscher Mehltau bei Gurken mit Flecken auf der Blattoberseite

Mehltau bei Rosen

Rosenmehltau (Podosphaera pannosa) ist eine der häufigsten Erkrankungen von Rosen. Befallene Blätter und Triebspitzen überziehen sich mit einem weißen Pilzfilm. Junge Triebe verformen sich, Knospen öffnen sich nicht mehr vollständig. Bei Mehltau an Rosen gilt besondere Vorsicht, da ein unbehandelter Befall die gesamte Pflanze schwächen kann. Warme Tage und kühle Nächte fördern die Erkrankung.

Mehltau an Rosen schwächt die Pflanze

Mehltau bei Zucchini und Kürbis

Zucchini und Kürbis gehören zur selben botanischen Familie und sind besonders anfällig für Mehltau. Denn große Blattflächen speichern Feuchtigkeit lange und bieten so perfekte Bedingungen für Pilzsporen. Echten Mehltau erkennt man auf ihren breiten Blättern durch markante weiße Inseln, die sich schnell ausbreiten. Der Schönwetterpilz liebt die warmen Sommermonate – oft setzt der Befall im Juli/August ein, wenn die Pflanzen ohnehin Stress durch Hitze haben.

Echter Mehltau auf den Blättern einer Zucchini
Echter Mehltau an Kürbis im Anfangsstadium

Mehltau bei Tomaten

Tomaten sind zwar etwas robuster, können aber ebenfalls betroffen sein. Hauptsächlich tritt hier Falscher Mehltau auf (Phytophthora infestans – auch als Kraut- und Braunfäule bekannt). Echter Mehltau (Oidium lycopersici) ist ebenfalls möglich und zeigt sich als weißlicher Belag auf Blättern und Stängeln. Dieser sollte nicht mit der gefährlichen Braunfäule verwechselt werden, die dunkle, wässrige Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten erzeugt.

Falscher Mehltau an Tomaten mit gelben Flecken auf den Blättern
Echter Mehltau an Tomaten mit mehligem Belag auf den Blättern

Mehltau an Cannabispflanzen

Mehltau ist auch für Cannabispflanzen eine ernste Bedrohung. Echter Mehltau (Golovinomyces cichoracearum) überzieht die Blätter mit dem typischen weißen Belag. Da Cannabispflanzen oft in Innenräumen kultiviert werden, spielen Luftfeuchtigkeit und Belüftung eine entscheidende Rolle. Ein Befall kurz vor der Ernte ist besonders kritisch, da die Blüten schnell unbrauchbar werden können.

Echter Mehltau an Cannabispflanzen

Mehr zu anderen Problemen bei Cannabispflanzen erfahren Sie in unserem Ratgeber:

Mehltau am Wein

Im Weinbau unterscheidet man klar zwischen Oidium (Echter Mehltau, Erysiphe necator) und Peronospora (Falscher Mehltau, Plasmopara viticola). Beide Erkrankungen sind von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Oidium erkennt man an einem aschgrauen Belag auf Beeren und Trieben. Falscher Mehltau erzeugt sogenannte „Ölflecken“ auf den Blättern.

Mehltau am Wein gefährdet die Ernte

Verwechslungsgefahr: Kein Mehltau, aber ähnliche Symptome

Nicht jede Veränderung an Ihrer Pflanze ist Mehltau. Viele Symptome ähneln sich – eine genaue Diagnose ist aber entscheidend für die richtige Behandlung.

  • Grauschimmel (Botrytis cinerea): Bräunlich-grauer, watteartiger Belag auf abgestorbenen oder faulen Pflanzenteilen, riecht modrig – kein mehlartig-trockener Belag.
  • Weißrost (Albugo-Arten): Kleine weiße Pusteln auf der Blattunterseite, kein flächiger Belag.
  • Braunfäule / Krautfäule: Dunkelbraune, wässrige Faulstellen an Blättern, Stängeln und Früchten – vor allem bei Tomaten und Kartoffeln.
  • Spinnmilben: Diese Schädlinge verursachen helle Sprenkel auf den Blättern und feine Gespinste. Im Gegensatz zu Mehltau entsteht kein abwischbarer Pilzbelag. Mehr dazu auf unserer Seite zum Thema Spinnmilben bekämpfen.
  • Thripse: Verursachen silbrig glänzende Blattflecken und Verformungen durch Saugtätigkeit – kein Pilzfilm. Zusätzlich sieht man häufig schwarze Kotpunkte auf den Blättern. Mehr Informationen dazu finden sie im Ratgeber Thripse erkennen und bekämpfen.
  • Blattläuse: Hinterlassen klebrigen Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln – diese sind schwarz, nicht weiß. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber Blattläuse erkennen und bekämpfen.
  • Weiße Fliege: Kleine weiße Insekten auf der Blattunterseite, kein Pilzfilm. Durch das Anstechen der Blätter können gelbe Sprenkel entstehen. Die größere Gefahr liegt allerdings im ausgeschiedenen Honigtau, der Schimmel begünstigen kann. Alles Wissenswerte dazu erfahren Sie auf unserer Seite Weiße Fliege erkennen und bekämpfen.
  • Trauermücken: Durch diese Schädlinge können sich die Blätter auch gelb verfärben. Jedoch sind Ihre Larven das größere Problem, denn sie schädigen die Wurzeln der Pflanzen, was zum Absterben führen kann. Mehr dazu finden Sie hier: Trauermücken erkennen und bekämpfen.

Schadwirkung: Wie gefährlich ist Mehltau?

Schäden an Pflanzen

Wirtschaftliche Schäden

Im Wein- und Gemüseanbau ist Mehltau eine der kostspieligsten Pflanzenkrankheiten überhaupt. Ohne Gegenmaßnahmen können Ernteverluste von bis zu 50% entstehen. Im konventionellen Anbau werden jährlich enorme Summen für Fungizide aufgewendet.

Gesundheitliche Aspekte für Menschen

Echter Mehltau ist für gesunde Menschen in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Die Sporen können allerdings bei Personen mit Pilzallergie oder geschwächtem Immunsystem Reizungen der Atemwege verursachen. Falscher Mehltau und andere oomycetische Erreger haben keine direkte Toxizität für den Menschen, können aber bei Nutzpflanzen die Fruchtqualität beeinträchtigen. Essbare Pflanzenteile sollten bei starkem Befall definitiv nicht mehr konsumiert werden.

Mehltau bekämpfen: Die besten Methoden

Grundsatz: Biologische Bekämpfung hat immer Vorrang vor chemischen Mitteln. Chemische Fungizide können das Bodenleben schädigen, Nützlinge wie Schlupfwespen, Bienen, Hummeln und Laufkäfer gefährden, ins Grundwasser gelangen und in Gemüsegärten die Ernteprodukte belasten. Wer biologisch vorgeht, schützt die gesamte Ökologie seines Gartens. Deshalb sind biologische Verfahren langfristig meist die bessere Lösung.

Mehltau bekämpfen und richtig behandeln

Neemöl und Mehltausalz – die effektive Kombination gegen Mehltau

Eine der wirkungsvollsten biologischen Methoden ist die Anwendung einer Mischung aus Neemöl und Mehltausalz (Natriumhydrogencarbonat). Diese Kombination wirkt auf zweifache Weise:

  1. Neemöl enthält Azadirachtin und weitere Wirkstoffe, die Pilzsporen abtöten und das Wachstum des Myzels hemmen. Gleichzeitig stärkt Neemöl das pflanzliche Immunsystem.
  2. Mehltausalz (Natriumhydrogencarbonat) verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche so, dass Mehltausporen nicht keimen können. Es ist eines der wirksamsten biologisch zugelassenen Mittel gegen Echten und Falschen Mehltau.

Der große Vorteil: Sie können hiermit effektiv Mehltau bekämpfen, die Pflanzen werden geschont und gleichzeitig kann vorbeugend gearbeitet werden. Wie diese Mischung genau angewendet wird, erfahren Sie auf der Produktseite unserer bewährten Mischung aus Neemöl und Mehltausalz:

Milch-Wasser-Mischung

Vollmilch enthält Eiweißstoffe und Laktat, die auf der Blattoberfläche fungizid wirken. Studien der brasilianischen Landwirtschaftsbehörde Embrapa haben die Wirksamkeit von Frischmilch gegen Echten Mehltau an Kürbissen bestätigt.

Mischungsverhältnis: 1 Teil Vollmilch auf 8–9 Teile Wasser. Wöchentlich auf befallene Pflanzen sprühen.

Backpulver / Natron gegen Mehltau

Natron und Backpulver gegen Mehltau gehört zu den bekanntesten Hausmitteln. Sie verändern den pH-Wert auf der Blattoberfläche und hemmen so das Pilzwachstum.

Eine praktische Mischung: 1 Päckchen Backpulver, 20 ml Rapsöl und 2 Liter Wasser gut verrühren und auf die Pflanze sprühen. Der Öl-Anteil sorgt dafür, dass die Mischung besser an den Blättern haftet.

Algenkalk

Dieses Mittel aus kalkhaltigen Meeresalgen stärkt die Zellwände der Pflanze und erschwert dem Pilz das Eindringen ins Gewebe. Bei ersten Anzeichen von Mehltau auf die Blätter stäuben oder als Suspension sprühen. Algenkalk ist besonders vorbeugend wirksam, nicht bei einem akuten Befall.

Mechanische Bekämpfung

Befallene Blätter und Triebe großzügig abschneiden und im Restmüll (nicht im Kompost!) entsorgen. So werden aktive Sporenquellen eliminiert. Danach Schnittwerkzeug desinfizieren. Zusätzlich kann die Luftzirkulation verbessert werden, denn viele Pilzkrankheiten profitieren von stehender Feuchtigkeit. Erhöhen sie dafür am besten auch die Pflanzenabstände entsprechend.

Chemische Mittel gegen Mehltau – nur als letzte Maßnahme

Chemische Fungizide (z. B. auf Basis von Tebuconazol, Myclobutanil oder Schwefel) sollten ausschließlich in Ausnahmefällen bei sehr starkem Befall eingesetzt werden. Beachten Sie stets die Wartezeiten auf Nahrungsmitteln, Anwendungsschutzausrüstung und gesetzliche Vorschriften. Im Hobbybereich ist eine chemische Behandlung in aller Regel nicht notwendig, wenn biologische Methoden konsequent eingesetzt werden.

Mehltau vorbeugen: So schützen Sie Ihre Pflanzen dauerhaft

Vorbeugung ist die beste Strategie gegen Mehltau. Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

Standort und Pflanzabstand

  • Ausreichend Abstand zwischen Pflanzen lassen, damit Luft zirkulieren kann. Ein feuchtes Mikroklima begünstigt Falschen Mehltau.
  • Luftige, sonnige Standorte wählen. Echter Mehltau bevorzugt zwar Trockenheit, aber gut durchlüftete Pflanzen sind generell widerstandsfähiger.

Richtige Bewässerung

  • Pflanzen stets von unten gießen (Tröpfcheninfiltration, Gießkanne am Boden), nie von oben. Feuchtigkeit auf den Blättern fördert Pilze.
  • Morgens gießen, damit Blätter bis zum Abend abtrocknen.
  • Staunässe sollte immer vermieden werden.

Widerstandsfähige Sorten wählen

Für anfällige Kulturen wie Rosen und Gurken gibt es inzwischen zahlreiche mehltauresistente Sorten. Diese sind im Handel als „ADR-Rose“ (beim Deutschen Rosenverband geprüft) oder mit dem Hinweis „mehltauresistent“ ausgewiesen.

Pflanzen stärken: Stärkungsmittel und Pflanzengesundheit

  • Schachtelhalmbrühe (Ackerschachtelhalm enthält Kieselsäure) stärkt die Zellwände und erhöht die Widerstandsfähigkeit.
  • Kompost und humusreicher Boden fördern ein gesundes Bodenleben mit antagonistischen Mikroorganismen, die Pilzerreger in Schach halten.
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden – zu viel Stickstoff macht das Blattgewebe weich und besonders anfällig für Pilzbefall.

Hygiene im Garten

  • Laub und Pflanzenreste im Herbst konsequent entfernen und im Kompost oder Restmüll entsorgen. Denn Pilzsporen überwintern gerne im Pflanzenmaterial.
  • Werkzeug regelmäßig reinigen und desinfizieren.
  • Kranke Pflanzen sofort isolieren und Befall einschränken.

Zusätzliche Tipps und Hausmittel gegen Mehltau

Knoblauchsud

Knoblauch enthält Allicin – eine schwefelhaltige Verbindung mit antimykotischer Wirkung. Einfach 3–4 Knoblauchzehen in 1 Liter Wasser aufkochen, abkühlen lassen, abseihen und als Sprühmittel verwenden.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche stärkt das Immunsystem der Pflanze und verbessert die Stickstoffversorgung. Als Vorbeugung verdünnt (1:10) auf den Boden gießen oder schwach verdünnt (1:20) auf die Blätter sprühen.

Rauchgashärte / Schwefel

Im Bio-Anbau ist Schwefel als zugelassenes Fungizid gegen Echten Mehltau anerkannt (z. B. Netzschwefel). Er wirkt kontaktfungizid und verdunstet ohne schädliche Rückstände. Nicht bei Temperaturen über 25 °C anwenden.

Häufig gestellte Fragen zu Mehltau

Mehltau ist eine Pilzerkrankung (bzw. bei Falschem Mehltau nicht durch echte Pilze, also eine oomycetische Erkrankung), die eine Vielzahl von Nutz- und Zierpflanzen befällt. Man unterscheidet Echten Mehltau, einen typischen „Schönwetterpilz“ mit weißem Belag auf der Blattoberseite und Falschen Mehltau, einen „Schlechtwetterpilz“ mit grauem Belag auf der Blattunterseite und gelben Flecken auf der Blattoberseite.

Am wirksamsten ist die biologische Bekämpfung: Eine Kombination aus Neemöl und Mehltausalz (Natriumhydrogencarbonat) hemmt den Pilz nachhaltig und stärkt gleichzeitig die Pflanze. Auch Milch-Wasser-Mischungen, Backpulverlösungen und Algenkalk können helfen. Chemische Mittel sind nur im Ausnahmefall nötig und sollten im privaten Bereich vermieden werden.

Bei Rosen empfiehlt sich zunächst das Entfernen befallener Triebe, gefolgt von regelmäßigen Behandlungen mit Neemöl-Mehltausalz-Spray. Zusätzlich sollten mehltauresistente Rosensorten bevorzugt werden (ADR-geprüfte Sorten). Ausreichend Pflanzabstand und Vermeidung von Blattnässe sind ebenfalls wichtig.

Bei Gurken zeigt Echter Mehltau weiße, mehlförmige Flecken auf der Blattoberseite, die sich rasch ausbreiten. Falscher Mehltau äußert sich in eckigen, gelb-braunen Flecken auf der Blattoberseite sowie einem grauvioletten bis bräunlichen Sporenrasen auf der Unterseite.

Echter Mehltau entsteht, wenn Pilzsporen durch den Wind auf Pflanzenoberflächen übertragen werden und bei warmem, trockenem Wetter keimen. Falscher Mehltau entwickelt sich aus Zoosporen, die Feuchtigkeit und kühle Temperaturen benötigen. Geschwächte Pflanzen, falsche Düngung oder schlechte Luftzirkulation begünstigen den Befall.

Backpulver hebt den pH-Wert auf der Blattoberfläche deutlich an und schafft damit eine ungünstige alkalische Umgebung für Pilzsporen. Diese können dadurch nicht keimen. Zudem zerstört Backpulver die Zellmembranen der Pilzhyphen. Der Zusatz von Öl sorgt für bessere Haftung auf den Blättern.

Zucchini sind aufgrund ihrer großen, weichen Blattfläche besonders anfällig. Im Hochsommer, wenn die Pflanzen Hitzestress ausgesetzt sind und die Immunabwehr sinkt, bieten die breiten Blätter dem Pilz ideale Besiedlungsfläche. Häufig setzt der Befall ab Juli ein und breitet sich bei günstigen Bedingungen innerhalb weniger Tage auf die gesamte Pflanze aus.

Pflanzen werden von Mehltau befallen, wenn Pilzsporen auf empfängliche Blattoberflächen treffen und dort günstige Wachstumsbedingungen vorfinden: zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit, schlechte Durchlüftung, zu dichte Bepflanzung, geschwächte Pflanzen durch Nährstoffmangel oder Stress. Jede Pflanze hat eine mehr oder weniger ausgeprägte genetische Anfälligkeit für spezifische Mehltaupilze.

Echter Mehltau (Schönwetterpilz) wächst auf der Blattoberfläche, bildet einen weißen, abwischbaren Belag auf der Oberseite und bevorzugt warme, trockene Bedingungen. Falscher Mehltau (Schlechtwetterpilz) wächst im Inneren des Pflanzengewebes, erzeugt einen grauvioletten bis bräunlichen Belag auf der Blattunterseite mit gelben Flecken auf der Blattoberseite und liebt Feuchtigkeit. Biologisch sind beide Erreger nicht verwandt.

Unbehandelt breitet sich der Pilz rapide aus und befällt immer mehr Pflanzenbereiche. Die Photosynthese wird eingeschränkt, die Pflanze wird geschwächt, Blätter sterben ab, Früchte bleiben klein oder fallen vorzeitig ab. Im schlimmsten Fall stirbt die gesamte Pflanze. Im Weinbau kann ein unbehandelter Befall den vollständigen Ernteverlust bedeuten.

Früchte von Pflanzen mit Echtem Mehltau sind in der Regel noch essbar – allerdings können Geschmack und Qualität beeinträchtigt sein. Stark befallene Blätter sollten nicht verzehrt werden. Bei Falschem Mehltau sollten befallene Pflanzenteile aus Vorsicht grundsätzlich nicht gegessen werden, da das Pilzgeflecht tief ins Gewebe eindringt. Da die Pilzsporten allergische Reaktionen hervorrufen können, sollten Sie am besten bei beiden Befallsarten auf den Verzehr verzichten.

In der Regel nicht direkt. Empfindliche Personen können jedoch auf Schimmelsporen reagieren.

Mehltaupilze sind wirtsspezifisch: Der Mehltau der Rose befällt keine Gurken und umgekehrt. Innerhalb der gleichen Pflanzenart ist eine Übertragung durch Windsporen jedoch sehr leicht möglich. Deshalb ist Abstand und Hygiene zwischen anfälligen Pflanzen gleicher Art besonders wichtig.

Ja. Viele Erreger überdauern im Boden oder auf Pflanzenresten und infizieren im nächsten Jahr erneut Pflanzen.

Fazit: Mehltau früh erkennen und nachhaltig handeln

Mehltau ist eine der häufigsten, aber auch am besten beherrschbaren Pflanzenkrankheiten im Garten. Wer frühzeitig handelt, biologische Behandlungsmethoden konsequent einsetzt und auf vorbeugenden Pflanzenschutz setzt, kann Mehltau effektiv bekämpfen und in Schach halten – ohne den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien.

Die Kombination aus Neemöl und Mehltausalz hat sich dabei gegen Mehltau als besonders wirksam und pflanzenfreundlich bewährt. Und auch Nützlinge, die gegen andere Pflanzenschädlinge wirken, werden hiermit geschont. Ergänzt durch gute Gartenhygiene, die Wahl resistenter Sorten und eine angepasste Bewässerung schaffen Sie die besten Voraussetzungen für gesunde, mehltaufreie Pflanzen – ob Rosen, Gurken, Zucchini, Tomaten oder Kürbis.

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