Die Zecke: Ein gefährlicher Schädling im Garten und auf Wanderungen

Zecken erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Ein warmer Sommertag, die Sonne scheint, und Sie genießen einen Spaziergang im Wald oder entspannen im heimischen Garten. Doch am Abend bemerken Sie einen kleinen, dunklen Punkt auf Ihrer Haut: eine Zecke (Ixodida).

Was zunächst harmlos aussieht, kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Neben Stechmücken und Bremsen gehören Zecken zu den am meisten gefürchteten blutsaugenden Schädlingen in Mitteleuropa. Wie auch Spinnmilben, gehören Zecken zu den Spinnentieren (Arachnida). Aber entgegengesetzt zu ihren harmlosen Verwandten, sind sie wahre Meister der Tarnung, Ausdauer und Krankheitsübertragung.

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Zecken wissen müssen: wie Sie sie erkennen, welche Gefahren sie bergen, wie Sie sich wirksam schützen und welche natürlichen Mittel – etwa Kokosöl gegen Zecken beim Hund – tatsächlich helfen.

Zecke - Erkennung, Schutz und Vorbeugung

Aussehen und Verhalten der Zecke

Wie sehen Zecken aus?

Zecken sind kleine, ovale Spinnentiere mit acht Beinen, einem flachen Körper und ohne Flügel. Sie erreichen eine Größe von 1 bis 4 Millimetern im ungesättigten Zustand. Nach dem Blutsaugen können sie auf bis zu 1,5 Zentimeter anschwellen. Ihre Färbung reicht von braun bis rötlich-schwarz.

Größenunterschied einer Zecke vor und nachdem sie mit Blut vollgesogen ist

Wichtige Erkennungsmerkmale:

Fliegende Zecken sind ein Mythos, der durch Hirschlausfliegen hervorgerufen wurde. Die Hirschlausfliege ist jedoch keine Zecke.

Lebensraum und Verbreitung

Zecken lieben feuchte, schattige Umgebungen. Sie kommen häufig in hohem Gras, Laubwäldern, Gärten und an Waldrändern vor. Besonders aktiv sind sie zwischen März und Oktober. Die meisten Stiche erfolgen jedoch in den warmen Sommermonaten.

Zeckenarten in Deutschland

In Deutschland sind rund 20 Zeckenarten heimisch. Besonders relevant für den Menschen und auch unsere Tiere sind:

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Diese Zeckenart ist Hauptüberträger von FSME und Borreliose beim Menschen.

Der Gemeine Holzbock ist eine besonders häufige Zecken Art in Deutschland

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Diese Zecke ist in Deutschland nicht dauerhaft anzutreffen, da es hier zu kalt ist. Sie lebt vor allem in warmen Regionen.

Braune Hundezecke Rhipicephalus sanguineus

Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus)

Diese Art wird auch Auwaldzecke genannt und ist Überträger vieler Tierkrankheiten, speziell bei Pferden und Hunden. Sie kann aber auch beim Menschen FSME übertragen.

Die Wiesenzecke, oder auch Auwaldzecke, gehört zu den häufigsten Arten und ist besonders für Hunde und Pferde gefährlich

Hyalomma-Zecke

Sie wurde durch Zugvögel eingeschleppt, ist aber in Deutschland, im Vergleich zu den anderen Arten, eine sehr seltene Zecken Art. Sie überträgt das Krim-Kongo-Fieber und das Zecken-Fieber.

Die Hyalomma Zecke ist im Vergleich zu anderen Zecken Arten eher selten in Deutschland, jedoch eine der gefährlichsten Zecken.

Die gefährliche Hyalomma Zecke wird wegen ihrer Größe (bis 2 cm) und der gestreiften Beine schnell erkannt. Besonders die Anzahl an Hyalomma- und auch Auwaldzecken nimmt in Deutschland rapide zu.

Wie finden Zecken ihren Wirt?

Zecken besitzen ein hochentwickeltes Sinnesorgan (Haller’sches Organ), mit dem sie Kohlendioxid, Schweiß und Erschütterungen wahrnehmen. So erkennen sie vorbeiziehende Menschen oder Tiere. Meist gelangen sie auf ihre Wirte, wenn diese durch hohe Gräser laufen und die Zecken dabei abgestreift werden. Manchmal lassen sie sich aber auch einfach auf ihre Wirte fallen oder krabbeln aktiv auf sie zu. Es gibt jedoch auch Ausnahmen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kamelzecke (Hyalomma dromedarii) ihre Wirte optisch findet und ihre Silhouette wahrnimmt.

Zecken warten meist in hohem Gras auf ihren Wirt und gelangen auf ihn, indem sie beim Vorbeigehen abgestreift werden

Der Lebenszyklus einer Zecke

Eine Zecke durchläuft vier Entwicklungsstadien:

Für jede Entwicklung benötigt sie eine Blutmahlzeit. Der gesamte Zyklus kann bis zu drei Jahre dauern.

Schadwirkung: Warum Zecken so gefährlich sind

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Die Zecke ist Krankheitsüberträger Nummer eins unter den Spinnentieren. Die zwei bekanntesten Infektionen sind:

Aber es gibt noch weitere Erkrankungen, die durch Zecken hervorgerufen werden können:

Symptome nach einem Zeckenstich

Nach einem Zeckenstich ist es wichtig, die weitere Entwicklung zu beobachten. Typische Symptome sind:

Falls Sie eine Wanderrötung oder grippeartige Symptome bekommen, sollten sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Um FSME und Borreliose auszuschließen, empfiehlt es sich, die entfernte Zecke zur Untersuchung an ein geeignetes Labor zu schicken.

Für Menschen bietet sich dafür das Zeckenlabor Berlin an (www.zeckenanalyse.de). Hier werden Schnelltests auf FSME, Borreliose, Anaplasmen und mehr durchgeführt. Haben Sie eine Zecke an Ihrem Tier entfernt, hilft Ihnen Laboklin weiter.

Zecken Stich beim Menschen
Zecken Symptome nach einem Stich

Wann sind Zecken besonders aktiv?

Die Zecke wird ab Temperaturen von etwa 7 Grad Celsius aktiv. Die Hauptsaison liegt zwischen Frühling und Herbst. In milden Wintern überleben viele Zecken sogar das ganze Jahr und sind somit also ganzjährig aktiv.

Bekämpfung: Was hilft gegen Zecken?

Biologische Mittel gegen Zecken

Mechanische Methoden

Zecken nur mit geeignetem Werkzeug entfernen

Chemische Mittel

Zur chemischen Bekämpfung der Zecke werden meist Nervengifte wie Permethrin oder Fipronil eingesetzt. Sie werden meist in folgenden Formen angewandt:

Wichtige Sicherheitshinweise:

Der Einsatz chemischer Mittel sollte kritisch abgewogen werden. Zu beachten ist auch, dass sich Resistenzen entwickeln können, wodurch diese Mittel unwirksam werden. Besonders im Garten sind gegen die Zecke biologische Alternativen wie Neemsamen, Nützlinge oder natürliche Repellentien vorzuziehen.

Vorbeugung: So vermeiden Sie Zeckenstiche

Schutz für den Menschen

Eine Zecken Kontrolle nach jedem Aufenthalt im Freien ist dringend anzuraten
Richtiges Vorgehen, um eine Zecke entfernen zu können

Schutz für Haustiere

Zecken im Garten verhindern

Welche Pflanzen vertreiben Zecken?

Diese Pflanzen wirken als natürliche Repellentien und verschönern zudem Ihren Garten.

Zusätzliche Tipps: Hausmittel & natürliche Mischungen

Eine bekannte und in vielen Foren als sehr wirksam beschriebene Mischung gegen Zecken besteht aus:

Die gemahlenen Neemsamen 3 Stunden im Wasser ziehen lassen. Danach grob absieben (z.B. mit einem Damenstrumpf) und die restlichen Zutaten hinzufügen. Jetzt alles gut vermengen und in eine Sprühflasche geben. Vor jedem Spaziergang auf Schuhe, Hose und Haut sprühen. Testen Sie jedoch vorher die Verträglichkeit sowohl auf Textilien, als auch der Haut.

Ein weiteres Hausmittel gegen Zecken, von dem Nutzer berichteten, dass seitdem Sie diese Mischung benutzen, keine Zeckenstiche mehr vorkamen, ist:

Dieses Zeckenmittel kann einfach auf die Haut geschmiert werden. Dank des enthaltenen Kokosöls wirkt es zusätzlich noch pflegend.

Häufig gestellte Fragen über die Zecke

Zecken sind kleine, spinnenartige Tiere mit acht Beinen und einem flachen, ovalen Körper. Sie sind braun bis rötlich-schwarz gefärbt und können sich nach dem Saugen deutlich vergrößern.

Je länger sie saugt, desto größer und rundlicher wird ihr Körper. Eine frische Zecke ist klein und flach, eine vollgesogene Zecke kann bis zu 1,5 cm groß sein.

Beobachten Sie die Stelle für mindestens 30 Tage. Tritt eine Wanderrötung oder Fieber auf, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Mit einer feinen Pinzette oder speziellen Zeckenzange möglichst nah an der Haut fassen und langsam herausziehen. Nicht drehen oder quetschen. Denn dadurch kann der Kopf abreißen und das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern wird stark erhöht.

Oft bleibt eine kleine Rötung oder ein Einstichpunkt zurück. Manchmal entwickelt sich eine kreisrunde Rötung (Wanderrötung). Ist Letzteres der Fall, suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf.

Neben Spot-Ons, tierärztlich verordneten Tabletten oder Halsbändern, hilft Kokosöl und Schwarzkümmelöl gegen Zecken beim Hund hervorragend als natürliches Mittel.

Zu den durch Zecken übertragbaren Krankheiten gehören FSME, Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose und Krim-Kongo-Fieber. Aber auch das Alpha-Gal-Syndrom (Fleischallergie) kann ausgelöst werden.

Eine Zecke wird Bereits ab 7 Grad Celsius aktiv. Die Hauptsaison ist von März bis Oktober. Durch die aktuell sehr milden Winter, können sie jedoch inzwischen das ganze Jahr über aktiv sein.

Sie bevorzugen feuchte, schattige Orte. Meist findet man sie in hohem Gras, Laub, Büschen, an Waldrändern und in Gärten.

Lavendel, Rosmarin, Zitronenmelisse, Knoblauch gelten als wirksame Pflanzen, um Zecken fernzuhalten.

Hühner, Igel, bestimmte Vogelarten wie Fasane und einige Krähenvögel haben die Zecke auf ihrem Speiseplan.

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus), Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) und die Hyalomma-Zecken sind in Deutschland die gefährlichsten Arten.

Gerüche von Laurinsäure (in Kokosöl), Eukalyptus, Zitronengras und Teebaumöl werden von Zecken gemieden.

Im Ökosystem spielen sie eine geringe Rolle als Nahrungsquelle für bestimmte Tiere, aber sie gelten nicht als ökologisch notwendig.

Sobald sie vollgesogen sind, lassen sie sich abfallen – meist nach mehreren Tagen.

Zecken überleben auch im Wasser sehr lange. Deshalb ist Zerquetschen, verbrennen oder im geschlossenen Müll entsorgen die sicherere Alternative.

Die individuelle Genetik, Hautbakterien und der Körpergeruch können Einfluss auf die Attraktivität für Zecken haben. Deshalb bleiben manche Personen von Zecken verschont.

Fazit: Wissen schützt vor Zeckenstichen

Die Zecke ist ein winziger, aber potenziell gefährlicher Schädling. Ob im Garten oder auf Wanderungen – mit dem richtigen Wissen, natürlichen Mitteln wie Kokosöl, Neemsamen, Schwarzkümmelöl oder ätherischen Ölen können Sie sich und Ihre Haustiere effektiv schützen. Achten Sie jedoch darauf, dass nicht alle ätherischen Öle für Tiere geeignet sind und mitunter sogar toxisch für sie sein können.

Mit Schlupfwespen geht es zwar nicht, aber man braucht trotzdem keine Chemie, um Zecken effektiv fernzuhalten.

Bleiben Sie informiert, bleiben Sie geschützt!

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