Wespen gegen Motten: Was wirklich gegen den Befall hilft

Wer nach Wespen gegen Motten sucht, hat meist schon Falter in der Küche gesehen oder Löcher im Lieblingspullover entdeckt. Die kurze Antwort vorweg: Die Wespe, die im Sommer an Ihrem Kuchen sitzt, wird Ihr Mottenproblem nicht lösen. Es gibt aber tatsächlich Wespen, die Motten zuverlässig bekämpfen. Sie gehören nur zu einer völlig anderen Gruppe, sind winzig, können nicht stechen und arbeiten dort, wo das Problem entsteht: an den Eiern und Larven der Motten.

Diese Verwechslung kostet Zeit und Geld. Wer die falsche Art bestellt, wartet wochenlang auf eine Wirkung, die nicht eintreten kann, und hält die biologische Bekämpfung danach für wirkungslos. Dabei lag es nur an der Art.

Fachlich geprüft von Sabine Prozell, Diplom-Biologin · Stand: 06.10.2026

Wespen gegen Motten - Was wirklich hilft

Was sind Wespen eigentlich?

Unter „Wespe“ versteht der Sprachgebrauch meist die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Beide bilden Staaten mit einer Königin und mehreren Tausend Arbeiterinnen, bauen Nester aus zerkautem Holz und sind von Frühjahr bis Herbst aktiv. Im Herbst stirbt das Volk ab, nur die begatteten Jungköniginnen überwintern.

Gemeine Wespe Vespula vulgaris
Deutsche Wespe Vespula germanica

Das sind jedoch nur zwei von rund 630 Faltenwespenarten in Deutschland. Rechnet man die parasitisch lebenden Verwandten hinzu, kommt man auf mehrere Tausend Arten allein hierzulande. Die allermeisten davon sind harmlos, nur wenige Millimeter groß und fallen niemandem auf. Genau in dieser unscheinbaren Gruppe stecken die Nützlinge, die gegen Motten wirken.

Ein Hinweis am Rande: Wespen stehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter allgemeinem Schutz, einzelne Arten wie die Hornisse sogar unter besonderem Schutz. Sie dürfen also nicht ohne vernünftigen Grund getötet oder ihre Nester zerstört werden. Für die Mottenbekämpfung ist das ohnehin irrelevant, denn dafür brauchen Sie sie nicht.

Warum staatenbildende Wespen keine Lösung gegen Motten sind

Gemeine Wespen jagen zwar Insekten, aber sie tun das im Freien und opportunistisch. Sie durchsuchen keine Vorratsschränke, keine Kleiderschränke und keine Ritzen hinter Regalbrettern. Sie reagieren nicht auf Motteneier, und sie bleiben nicht so lange an einem Ort, bis ein Befall erloschen ist. Ein Wespennest im Garten wird Ihnen also nicht gegen die Motten in der Wohnung helfen.

Hinzu kommt das Offensichtliche: Niemand möchte stechende Insekten in der Küche ansiedeln. Die Lösung liegt woanders.

Staatenbildende Wespen bauen ein Nest im Garten

Wespen gegen Motten einsetzen: Diese Arten wirken wirklich

Wespen gegen Motten einsetzen funktioniert, sobald man die richtige Gruppe wählt. Gemeint sind parasitisch lebende Wespen, umgangssprachlich Schlupfwespen oder Zwergwespen genannt. Sie legen ihre eigenen Eier in oder an die Eier beziehungsweise Larven der Motten. Darin entwickelt sich der Nachwuchs des Nützlings und zehrt den Wirt auf. Aus einem parasitierten Motten-Ei schlüpft keine Larve mehr, aus einer parasitierten Larve kein Falter.

Das ist der entscheidende Punkt: Diese Methode setzt am Nachwuchs an und unterbricht den Kreislauf, statt nur die auffälligen Falter zu erwischen.

Parasitische Wespen der Art Trichogramma evanescens gegen Motteneier
Parasitische Wespen der Art Habrobracon hebetor gegen Mottenlarven

Welche Wespenart wogegen wirkt

Die parasitischen Wespen (Nützlinge) sind wirtsspezifisch. Eine Art, die Motteneier parasitiert, hilft nicht gegen Käferlarven im Dämmmaterial. Deshalb steht am Anfang jeder erfolgreichen Behandlung die Bestimmung des Schädlings.

Parasitische WespenartParasitiertZielschädling
Trichogramma evanescensMotteneierLebensmittelmotten wie die Dörrobstmotte, Mehlmotte und Speichermotte
Habrobracon hebetorMottenlarven, auch DauerstadienLebensmittelmotten, Wachsmotte
Baryscapus tineivorusMottenlarvenKleidermotte und Teppichmotte
Lariophagus distinguendusKäferlarvenBrotkäfer, Kugelkäfer, Messingkäfer
Encarsia formosaLarvenMottenschildläuse an Pflanzen

Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Schädling bei Ihnen aktiv ist, nutzen Sie unsere Online-Schädlingsbestimmung oder schicken Sie uns eine Probe.

Was daneben noch hilft

Nützlinge arbeiten am besten in einem aufgeräumten Umfeld. Bewährt haben sich:

  • Pheromonfallen zum Aufspüren des Herds. Sie fangen nur Männchen und bekämpfen deshalb kaum, zeigen aber sehr genau, wo der Befall sitzt. Es gibt eigene Lebensmittelmotten-Fallen und Kleidermottenfallen.
  • Neemöl-Mischungen bei Textilien. Der Wirkstoff Azadirachtin verhindert die Häutung der Larven, der Geruch der ätherischen Öle schreckt Falter von der Eiablage ab. Die Niem-Produkte lassen sich parallel zu den Nützlingen einsetzen.
  • Hitze und Kälte für einzelne Textilien: eine Stunde bei 60 °C im Backofen, alternativ mindestens zwei Wochen bei −20 °C in der Tiefkühltruhe.
  • Konsequente Vorratshygiene: befallene Lebensmittel entsorgen, Schränke und Fugen gründlich reinigen, Trockenvorräte in luftdichte Gläser umfüllen.

Worauf Sie verzichten sollten: chemisch-synthetische Insektizide. Sie erreichen versteckt lebende Larven ohnehin schlecht, hinterlassen Rückstände in der Küche und töten auch die Nützlinge ab, die das Problem lösen sollen.

Das Fressverhalten von Gemeinen Wespen: Was steht auf dem Speiseplan?

Erwachsene Wespen und ihre Larven fressen völlig Verschiedenes. Das erklärt, warum ein und dasselbe Tier am Kuchenteller sitzt und kurz darauf Insekten jagt.

Die erwachsenen Tiere brauchen Zucker

Sie nehmen Nektar, Baumsäfte, Fallobst und den Honigtau von Blattläusen auf. Genau diese Vorliebe führt sie im Spätsommer an Kuchenteller und Limonadengläser. Ihr Kauwerkzeug ist auf flüssige und weiche Nahrung ausgelegt.

Die Brut braucht Eiweiß

Die Arbeiterinnen jagen deshalb andere Insekten, zerteilen sie und verfüttern die Fleischportionen an die Larven im Nest. Auf der Beuteliste stehen Fliegen, Mücken, Blattläuse, Raupen und Spinnen. Ein mittelgroßes Wespenvolk vertilgt auf diese Weise über eine Saison mehrere Kilogramm Insekten. Ökologisch sind Wespen damit wertvolle Schädlingsregulatoren im Garten.

Fressen Wespen auch Motten?

Gelegentlich ja. Eine jagende Wespe nimmt mit, was sie überwältigen kann, und dazu können auch Nachtfalter oder deren Raupen gehören. Für die Mottenbekämpfung im Haushalt bringt das aber nichts, und zwar aus drei Gründen:
  1. Der Ort stimmt nicht. Wespen jagen im Freien und im Flug. Lebensmittelmotten und Kleidermotten entwickeln sich im Vorratsschrank, im Kleiderschrank, unter Teppichen und in Fugen.
  2. Das Stadium stimmt nicht. Schaden richten die Mottenlarven an, nicht die Falter. Wespen suchen aber nicht gezielt nach Eiern und Larven in Müsli, Mehl oder Wolle.
  3. Es fehlt die Spezialisierung. Wespen sind Generalisten. Sie bleiben nicht an einem Befallsherd, bis dort die letzte Larve gefunden ist.
Genau das leisten parasitisch lebende Wespen. Sie sind auf bestimmte Wirte geprägt, finden diese über den Geruch und suchen so lange weiter, bis keine Wirte mehr da sind. Baryscapus tineivorus etwa hat einen Aktionsradius von mindestens fünf Metern und spürt die versteckten Larven der Kleidermotte auch dann auf, wenn Sie selbst das Nest nie gefunden hätten. Mehr zum Schadbild lesen Sie im Ratgeber Mottenlarven erkennen und bekämpfen.

Gemeine Wespe oder parasitische Wespe? Der Unterschied in Kürze

Beide gehören zu den Hautflüglern, das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Wer beides verwechselt, bestellt entweder das falsche Produkt oder traut sich aus Sorge gar nicht erst an die biologische Bekämpfung der Motten.

MerkmalGemeine Wespe (Vespula vulgaris)Parasitische Wespe
Körperlänge11–20 mm0,3 mm (Trichogramma) bis 3 mm (Lagererzwespe)
Lebensweisestaatenbildend, Nest mit Tausenden Tiereneinzeln lebend, parasitisch
Stachelja, wiederholt einsetzbarkeiner
Legebohrerzum Stachel umgewandeltzur Eiablage in den Wirt
NahrungZucker, Brut bekommt InsektenWirtsei bzw. Wirtslarve
Interesse am MenschenSpeisen und Getränkekeines
Sichtbarkeit in der Wohnungfällt sofort aufwird praktisch nicht bemerkt
Verhalten bei Erfolgbleibt bis zum Herbstverschwindet, sobald keine Wirte mehr da sind

Stachel oder Legebohrer?

Der Stachel der Gemeinen Wespe ist stammesgeschichtlich ein umgebauter Legebohrer. Er dient der Verteidigung und dem Lähmen von Beute und ist mit einer Giftdrüse verbunden.

Bei den parasitischen Wespen gegen Motten ist dieser Umbau nie erfolgt. Sie tragen den ursprünglichen Legebohrer, ein feines Rohr, mit dem das Weibchen sein Ei in oder an den Wirt setzt. Menschliche Haut ist dafür weder Ziel noch geeignet. Diese Tiere können nicht stechen. Punkt.

Risiko für Menschen, Kinder und Haustiere

Der Einsatz von parasitischen Wespenarten ist unbedenklich. Die Nützlinge stechen nicht, beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und gehen nicht an Lebensmittel, Textilien oder Zimmerpflanzen. Sie interessieren sich ausschließlich für ihren Wirt. Eine Trichogramma-Schlupfwespe misst 0,3 Millimeter und wird von der Haut nicht einmal wahrgenommen. Auch eine Vermehrung über das Ziel hinaus ist ausgeschlossen: Fehlt der Wirt, fehlt die Lebensgrundlage, und die Population bricht von selbst zusammen. Fachlich heißt das selbstlimitierend.

Für Allergiker ist das ebenfalls relevant. Wespengiftallergien beziehen sich auf den Stich staatenbildender Arten. Da bei den parasitischen Arten kein Stachel existiert, besteht dieses Risiko nicht.

Größenvergleich: Gemeine Wespe vs. parasitische Wespen gegen Motten

Die Maße im Überblick: Eine Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) wird 11 bis 17 Millimeter lang. Baryscapus tineivorus, der Nützling gegen Kleidermotten, misst 1,5 bis 2 Millimeter. Trichogramma evanescens bringt es auf 0,3 Millimeter und ist damit kleiner als eine frisch geschlüpfte Mottenlarve, die etwa 1 Millimeter lang ist.

Genau darin liegt der Vorteil dieser Nützlinge. Sie sind klein genug, um überall dorthin zu gelangen, wo Motteneier und Larven sitzen: in Ritzen, Fugen, Textilfalten und sogar in die Bohrlöcher für Regalböden. Dabei sind sie so unscheinbar, dass Sie ihre Anwesenheit im Alltag nicht bemerken werden.

Größenvergleich von Gemeinen Wespen und parasitischen Wespen gegen Motten

Diese Wespen helfen gegen Motten

Um Motten erfolgreich mit parasitischen Wespen zu bekämpfen, müssen Sie zuerst die richtige Mottenart bestimmen. Denn nur wenn Sie die dazu passenden Schlupfwespen kaufen wird die Bekämpfung erfolgreich.

Wespen gegen Lebensmittelmotten

Feine Gespinste im Mehl, verklumptes Müsli, kleine Falter, die abends aus dem Vorratsschrank kommen: Dann haben Sie es mit Lebensmittelmotten zu tun. Meist sind es Dörrobstmotte (Plodia interpunctella), Mehlmotte (Ephestia kuehniella) oder Speichermotte (Ephestia elutella). Ein einziges Weibchen legt rund 230 Eier. Deshalb eskaliert ein Befall so schnell.

Gegen die Eier: Trichogramma evanescens. Jede Karte trägt 3.000 bis 4.000 Nützlinge in verschiedenen Entwicklungsstadien, damit bei Zimmertemperatur über rund drei Wochen laufend neue Tiere schlüpfen. Pro Fach genügt eine Karte. Im Privathaushalt muss die Anwendung über neun Wochen laufen, also dreimal im Abstand von drei Wochen.

Gegen die Larven: die Brackwespe Habrobracon hebetor. Sie ist etwa 2 Millimeter groß, kann fliegen und erreicht damit auch Larven an Wänden und Decken. Ihr großer Vorteil: Sie parasitiert auch die Diapause-Larven, also die Überwinterungsstadien, gegen die selbst Insektizide nichts ausrichten. Eine Einheit deckt 10 m² ab, Wiederholung nach vier Wochen.

Welche Art wann? Sehen Sie fliegende Falter, werden Eier gelegt, und Trichogramma ist richtig. Sehen Sie nur Larven oder befinden Sie sich in der kalten Jahreszeit, führt kein Weg an der Brackwespe vorbei. Bei starkem Befall kombinieren Sie beide.

Alles zum Schädling selbst finden Sie im Ratgeber Lebensmittelmotten bekämpfen.

Die richtige Menge bestimmen: Wie viele Karten Sie brauchen, hängt von der Zahl der Schränke und Fächer ab. Unser Rechner fragt das in wenigen Schritten ab und danach können Sie die passenden Produkte direkt in den Warenkorb legen.

Wespen gegen Kleidermotten

Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist strohgelb, bis 7 Millimeter lang und meidet Licht. Schaden richten ausschließlich ihre Larven an, indem sie Keratin aus Wolle, Seide, Kaschmir, Pelz und Daunen fressen. Baumwolle und Synthetik sind nicht gefährdet.

Gegen die Larven: Baryscapus tineivorus. Nach unserer Erfahrung die beste Wahl bei Kleidermotten, weil sie nicht die Eier, sondern direkt Larven parasitiert. In einer Mottenlarve entwickeln sich durchschnittlich acht neue Nützlinge. Diese Art kann fliegen und erreicht mit einem Aktionsradius von mindestens fünf Metern auch versteckte Herde. Eine Einheit mit 30 Tieren reicht für 10 m², Wiederholung nach vier Wochen. Rechnen Sie mit mindestens acht Wochen bis zum Erfolg. Bestätigt wird diese Wirkung unter anderem durch eine Studie der International Conference on Urban Pests aus dem Jahr 2017.

Gegen die Eier: Trichogramma evanescens. Nur sinnvoll, wenn Sie fliegende Motten gesehen haben, denn nur dann werden Eier gelegt. Wir empfehlen drei Karten pro Schrank und Schublade.

Begleitend empfiehlt sich eine Neemöl-Mischung. Sie stört die Häutung der Larven und schreckt Falter von der Eiablage ab, verträgt sich aber problemlos mit den Nützlingen. Bei Katzen im Haushalt wählen Sie die Variante ohne ätherische Öle. Details zum Schädling stehen im Ratgeber Kleidermotten erkennen und bekämpfen.

Ganz einfach die richtige Menge bestimmen. Unser Rechner berücksichtigt Fläche, Schrankzahl und die Frage, ob Sie fliegende Falter beobachten, und nennt Ihnen passende Nützlingsart und benötigte Stückzahl.

Wespen gegen Mottenschildläuse

Mottenschildläuse, besser bekannt als Weiße Fliege, sind keine Motten, sondern Pflanzenläuse. Sie saugen an Blattunterseiten, scheiden Honigtau aus und übertragen Pflanzenviren. Betroffen sind vor allem Tomaten, Gurken, Bohnen, Kohl, Geranien und Fuchsien.Die passende Wespe: Encarsia formosa. Das Weibchen legt mit dem Legebohrer je ein Ei in eine ältere Larve der Weißen Fliege. In der Regel genügen zwei Ausbringungen. Die Gelbtafeln gehören dazu. Sie zeigen früh, ob und wo Schädlinge fliegen, und ohne dieses Monitoring setzen die meisten Anwender die Nützlinge zu spät ein. Mehr dazu im Ratgeber Weiße Fliege bekämpfen.

Wespen gegen Brotkäfer und Kugelkäfer

Kleine runde Löcher in Nudeln oder Brot und keine Motte weit und breit? Dann sind meist Brotkäfer (Stegobium paniceum) am Werk, 2 bis 3 Millimeter groß und rotbraun. Gegen sie helfen Motten-Nützlinge nicht.

Die passende Wespenart: Lagererzwespen. Unser Mix Lario+ kombiniert Lariophagus distinguendus und die Maiskäferwespe Anisopteromalus calandrae. Die Weibchen sind rund 3 Millimeter lang und bringen bis zu 60 Nachkommen hervor. Sie erkennen Käferlarven im Schüttgut über eine Entfernung von vier Metern am Geruch, lähmen sie mit dem Legebohrer und legen ihr Ei an ihr ab. Eine Einheit enthält mindestens 40 Tiere und reicht für 10 m².

Dieselben Nützlinge sind die Antwort auf Kugelkäfer (Gibbium psylloides) und Messingkäfer (Niptus hololeucus). Diese flugunfähigen Arten sitzen in organischen Dämm- und Füllmaterialien, in Fehlböden und Zwischendecken und fressen dort nach und nach die Dämmung auf. Hier wird monatlich behandelt, empfohlen sind zwei Freilassungen im Frühsommer und zwei im Frühherbst über zwei Jahre. Die Temperatur muss mindestens einige Stunden lang 15 °C erreichen. Chemische Pestizide oder auch Kieselgur darf nicht parallel eingesetzt werden, diese Mittel töten auch die Nützlinge ab.

Näheres dazu erfahren Sie in unseren Ratgebern:

Wespen gegen Blattläuse

Auch Blattläuse haben parasitisch lebende Wespen als natürliche Gegenspieler, etwa Arten der Gattungen Aphidius und Aphelinus. Die parasitierte Laus bläht sich auf, verfärbt sich und bleibt als sogenannte Mumie am Blatt zurück.Für den Hausgebrauch führen wir allerdings einen anderen Weg als den über Wespen, weil er in Wohnung, Balkon und Gewächshaus zuverlässiger funktioniert:
  • Florfliegenlarven fressen Blattläuse direkt und dezimieren den Befall sehr schnell.
  • Neemsamen als Wasserextrakt: Der Wirkstoff Azadirachtin verhindert die Häutung, die Läuse sterben ab. In den Boden eingearbeitet schützt er die Pflanze bis etwa 1,50 m Höhe.
Details dazu im Ratgeber Blattläuse erkennen und bekämpfen. Wenn Sie für einen gewerblichen Bestand gezielt Blattlaus-Parasitoide suchen, sprechen Sie uns an.

So setzen Sie die parasitischen Wespen gegen Motten richtig ein

Die Wirksamkeit von parasitischen Wespen gegen Motten steht und fällt mit der Anwendung. Diese Punkte entscheiden über den Erfolg:
  1. Befallsherd finden. Stellen Sie mehrere Pheromonfallen an verschiedenen Stellen auf. Wo am meisten hängen bleibt, sitzt der Herd. Dorthin kommen die Nützlinge.
  2. Vorher gründlich reinigen. Befallene Lebensmittel entsorgen, Gespinste und Krümel entfernen, Fugen und die Bohrlöcher für Regalböden aussaugen, Staubsaugerbeutel sofort wegwerfen.
  3. Karten mit Kontakt platzieren. Die Trichogramma-Karten legen oder hängen Sie direkt an das Regal, in die Schublade oder den Schrank. Eine Karte pro Fach genügt. Nicht abdecken, vor direkter Sonne und Feuchtigkeit schützen. Denken Sie auch an Fächer mit Tierfutter, Gewürzen und Tee.
  4. Röhrchen einfach öffnen. Die fliegenden Arten wie Baryscapus, Brackwespe und Lagererzwespe lassen Sie direkt am Befallsort aus dem Röhrchen frei, etwa im Kleiderschrank, auf dem Teppich oder an einer Öffnung in der befallenen Wand.
  5. Temperatur einhalten. 15 bis 35 °C sind der Einsatzbereich. Über 35 °C überleben die Tiere nur kurz. Kälte ist unkritisch, solange kein Frost herrscht.
  6. Wiederholen. Das ist der häufigste Fehler überhaupt. Der Lebenszyklus der Motte dauert länger als der des Nützlings, eine erwachsene Trichogramma-Schlupfwespe lebt nur vier bis acht Tage. Lebensmittelmotten brauchen drei Anwendungen über neun Wochen, Kleidermotten mehrere Anwendungen im Monatsabstand über mindestens acht Wochen. Wer das Nachbestellen vergisst, verliert den bereits erreichten Fortschritt. Unsere Abo-Varianten nehmen Ihnen genau das ab.
  7. Keine Insektizide parallel. Chemische Mittel töten die Nützlinge mit ab. Abgetrocknete Haushaltsreiniger und Desinfektionsmittel sind dagegen unproblematisch, ebenso Pheromonfallen, Lavendel, Zedernholz und Neemöl.
Eine Beobachtung aus der Praxis: Bei Kleidermotten berichten Kunden häufig schon nach etwa einer Woche von spürbarer Besserung. Der endgültige Erfolg stellt sich aber erst nach mehreren Anwendungen ein. Geduld gehört zu dieser Methode dazu.

Häufige Fragen zu Wespen gegen Motten

Ja, aber nicht die Wespen, an die man zuerst denkt. Die Gemeine Wespe vom Balkon nützt gegen Mottenbefall nichts. Wirksam sind parasitisch lebende Wespen, die ihre Eier gezielt in die Eier oder Larven der Motten legen. Der Mottennachwuchs entwickelt sich dann nicht weiter, und der Befallszyklus reißt ab. Diese Methode ist in Mühlen, Lebensmittelbetrieben und Museen seit Jahrzehnten Standard und funktioniert im Haushalt genauso.

In vier Schritten. Erstens den Schädling bestimmen, denn die parasitischen Wespen sind Nützlinge und vor allem wirtsspezifisch. Zweitens den Befallsherd über Pheromonfallen eingrenzen und den Bereich gründlich reinigen. Drittens die passende Wespenart in der richtigen Menge ausbringen: Karten bei den winzigen Eiparasitoiden, Röhrchen bei den fliegenden Arten. Viertens die Behandlung wiederholen, bei Lebensmittelmotten dreimal über neun Wochen, bei Kleidermotten mehrfach im Monatsabstand. Die passende Menge ermitteln Sie in wenigen Klicks mit unseren Rechnern.

Größe, Lebensweise und Bewaffnung. Eine Gemeine Wespe misst 11 bis 17 Millimeter, lebt in einem Staat mit Tausenden Tieren und besitzt einen Stachel. Parasitische Wespen gegen Motten sind 0,3 bis 3 Millimeter groß, leben einzeln und parasitisch und haben statt eines Stachels einen Legebohrer, mit dem sie ausschließlich ihre Eier im Wirt ablegen. Sie können nicht stechen, gehen nicht an Lebensmittel und fallen in der Wohnung praktisch nicht auf.

Staatenbildende Wespen jagen Insekten, um ihre Brut mit Eiweiß zu versorgen, und dabei erbeuten sie gelegentlich auch Motten oder ihre Larven. Die erwachsenen Tiere selbst ernähren sich von Zucker aus Nektar, Fallobst und Honigtau. Für einen Mottenbefall in Küche oder Kleiderschrank spielt das keine Rolle, denn dort jagen Wespen nicht. Die parasitischen Wespenarten, die als Nützlinge eingesetzt werden, gehen anders vor. Ihre Larven zehren den Wirt von innen auf, statt ihn zu erbeuten.

Im weiteren Sinn ja, im praktisch nutzbaren Sinn gilt das nur für die parasitisch lebenden Arten. Trichogramma evanescens ist der natürliche Gegenspieler von Dörrobst-, Mehl- und Speichermotte, Baryscapus tineivorus der der Kleidermotte, Habrobracon hebetor der der Mottenlarven in Vorräten. Diese Beziehungen sind über lange Zeit erforscht und erwiesen, und genau deshalb funktioniert die Bekämpfung so zielgenau.

Trichogramma evanescens gegen die Eier und Habrobracon hebetor gegen die Larven von Lebensmittelmotten.

Baryscapus tineivorus gegen die Mottenlarven und Trichogramma evanescens gegen die Motteneier der Kleidermotten.

Nein. Sie besitzen keinen Stachel, sondern einen Legebohrer zur Eiablage im Wirt. Für Menschen, Kinder und Haustiere sind sie ungefährlich, und auch für Allergiker besteht kein Risiko.

Ja. Ohne Wirt entfällt ihre Lebensgrundlage, die Population bricht zusammen. Eine erwachsene Trichogramma-Schlupfwespe lebt bei Zimmertemperatur ohnehin nur vier bis acht Tage. Eine Plage kann daraus nicht entstehen.

Lagererzwespen, eine Mischung aus Lariophagus distinguendus und Anisopteromalus calandrae. Sie parasitieren Käferlarven und wirken neben Brot-, Kugel- und Messingkäfer auch gegen Tabak-, Korn-, Mais- und Reiskäfer, Kräuterdieb, Getreidekapuziner und Kornmotte.

Das hängt von der Stärke des Befalls und der Umgebung ab. Für Lebensmittelmotten planen Sie neun Wochen mit drei Anwendungen, für Kleidermotten mindestens acht Wochen mit mehreren Anwendungen. Bei starkem Befall kann sich das um einige Wochen verlängern.

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